30.10.2005, 21:13
Verfasst am: 05.10.2005, 17:11 von Filthy
Filthy schrieb:ich wollte mal ne frage stellen die ich mir selbst noch nicht wirklich beantworten kann da ich gerade erst mit "musikmachen" angefangen habe. die frage richtet sich also eher an all diejenigen hier die sich schon seit jahren mit der materie beschäftigen. ich formuliere es mal etwas überspitzt: macht man sich dadurch, dass man selbst musik produziert den genuß des musikhörens kaputt? ich meine kann man überhaupt noch musik einfach nur hören und genießen oder hört man immer bei allen liedern automatisch mit dem "produzentenohr" und achtet so sehr auf instrumente, arrangements, fehler und sachen die man "selbst besser gemacht hätte" dass einem der genuß am puren musik hören flöten geht? oder ist es genau umgedreht, dass man dadurch das man selber musik macht musik noch besser zu schätzen und auch zu genießen weiß als wenn man keine musik macht? würde mich echt mal interessieren wie ihr das so seht.
bis dann
lg filthy
DJTrancelight schrieb:Hi,
bei mir ist es ganz klar letzteres. Ich schätze dadurch vielmehr die Produktionen anderer Künstler. Mir ist ohnehin die Melodie eines Tracks am wichtigsten. Das Herz jedes Musikstücks. Wenn die passt, dann ist mir der Rest nicht so wichtig![]()
Also ich höre ca. 2-3 Stunden täglich Musik und es wird mir dabei nie langweilig.
bye
DJ Trancelight
Samuel schrieb:das kommt ganz darauf an wozu ich gerade lust habe...
manchmal hör ich echt akkribisch hin um mir inspiration oder neue ideen zu holen oder halt um sagen zu können ey das ist cool genau aus dem und dem grund weil der interpret das so und so gemacht hat oder weil ich das anders gemacht hätte
also bei mir hat das meine einstellung zu musik geändert und ja ich höre anders musik als vorher und ich sehe viele sachen auch nur noch mit dem produzentenohr, aber ob das negativ ist weiß ich nicht...
ich mach schon verdammt lange professionell musik... und ich denke das mir bands die mir früher gefallen hätten, heute nicht mal ein müdes lächeln entlocken können weil sie mich kompositorisch nicht reizen
Ibaxx schrieb:alles fing damit an das ich mit dem finger den takt mitgetippt habe^^
naja ich sags mal so ich sitze schon oft davor und sage mir das hätt ich anders gamacht, oder wär das und das anders wärs nicht hammerst track... ich sag mal man lernt auch aus den fehlern anderer... nicht jeder track der richtig erfolgreich ist ist perfekt!
es bleibt aber musik hören, auch wenn man auf viel mehr sachen achtet als vorher! früher achtete man mehr oder weniger auf die harmonien und wie der song einen erreicht, heut ist das halt technischer...
ich kann mittlerweile songs alleine daran erkennen wenn ich nen auto vorbei fahren höre und nur noch der bass hörbar ist!
um zu einem statement zu kommen...
musik hören bleibt spannend, man achtet zwar auf andere sachen, aber man findet immer wieder auch tracks die im eigenen auge perfekt sind!
der-walfisch schrieb:gute Fage, wirklich !
Bei mir ist beides der Fall:
Auf der einen Seite hab ich das absolute "Produzentenohr", ein falsches Instrument, eine falsche Abstimmung, eine schlechte oder unvollständige Struktur können mir das ganze Lied verleiden, auch wenn ich meist versuche, mich auf das Gute an dem Lied zu konzentrieren. In gewisser Weise ist es bei mir sogar extrem: du kannst vordergründig perfekt sein, und ich kann dich trotzdem schlecht finden, weil mir die Atmosphäre des Songs nicht so liegt. Mag sein, daß ich musikalisch versaut bin, aber das hat bei mir weniger was mit Musikmachen zu tun als vielmehr mit Musik intensiver hören, was ich schon weit länger tue.
Auf der anderen Seite mach ich ja selber Musik, und da frag ich mich bei jedem noch so kleinen Teil: weiß ich, wie er das gemacht hat ? weiß ich, warum er das gemacht hat ? Krieg ich das auch hin ? Wenn ich bei einem Song in dem Moment, wo ich ihn höre, schon weiß, wie er entstanden ist, sowohl technisch als auch von der Inspiration her, find ich ihn natürlich langweilig. Da macht der Anfänger-Nicht-Song keinen Unterschied zum fließbandproduzierten, perfekten Hit. Leute, die was wagen, die versuchen, Geschichten zu erzählen oder gewagte Stimmungen zu kreieren, in die man sich erstmal reinfühlen muß, haben bei mir einen höheren Wert als Leute, die einfach nur nachmachen und sich für perfekt halten, weil sie ganz genauso klingen.
Ich mag es, überrascht zu werden, und deshalb ist Musik für mich nie langweilig, aber ich höre auch das Bemühen des Musikers heraus, und wenn der sich nicht so Mühe gegeben hat, find ich ihn meist auch nicht so gut. Da macht der Anfänger keinen Unterschied zum jahrelangen Profi.
Filthy schrieb:Danke erstmal für eure Antworten, war sehr interessant. ich merk es bei mir halt auch so langsam das ich intensiver hinhöre aber die meisten stücke die ich höre sind teilweise so komplex das ich es noch nicht hinkriege da jetzt Details rauszuhören. meistens denken ich nur:"geil, genau den sound will ich so auch hinbekommen." aber ich hab halt keinen plan wie. Aber da ich mich ja erst so seit ca. 3 wochen mit fl beschäftige ist das wohl noch keine Schande :-). Das schöne ist, dass ich bei jeder weiteren Stunde Beschäftigung mit fl irgendwas entdecke was mir ein freudiges "aha" beschert. Ich werd auf jeden Fall am Ball bleiben und mit euerer Hilfe wird sich meine Musik irgendwann auch genau so anhören wie ich es haben will :-D.
lg filthy
g()R3r()t73|) schrieb:mach selbst musik (Gitarre in ner Band)
ich würde sagen wenn man Musik macht, erlebt Musik einfach viel mehr. Wenn Plan von Harmonien usw. ist es wirklich viel genussvoller den ein oder anderen Song zu hören (Jimi Hendrix z.b.)
also seit dem ich Musik mache hat sich mein musikalisches Gehör und meine musikalische Auffassungsgabe deutlich verbessert.
man bekommt schon manchmal n paar Fehler mit (bei Live-Songs) aber das ist mir doch vollkommen wurscht
ich denke mir doch nicht "das hätt ich besser machen können, und dies..."
DAS WÃâR JA NE QUAL!!!
*musikhör*