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Normale Version: Grundlagen Bässe und Basslines
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Beim Thema Bass geht es eigentlich Größtenteils um blanke Theorie. Wie baue ich mir mit dem Synthesizer oder auch Sampler eigene Sounds. Darum geht es hier. Zum Schluss erhaltet ihr noch ein paar Tipps fürs abmischen und die Komposition.

Der Sound
Wie auch bei den Drums auch beim Bass - der Sound an sich ist das A und O von einem tighten Tune. Am besten macht man Bässe mit einem Synthesizer, und natürlich benutzt man besser keine fertigen Presets sondern macht sich seine eigenen. Wie will man sonst denn auch zu einem eigenständigen Sound kommen. Für Bässe eignen sich am besten Analoge oder virtuell Analoge Synths. Wenn sie dann noch eine FM-Option haben sind sie eigentlich perfekt. Eine weitere Möglichkeit ist der Sampler. Entweder man nimmt nur einzelne Wellenformen und nutzt dann die Synthese Möglichkeiten des Samplers, oder man verwendet Samples von Instrumenten wie Contrabass.

Synthese Bässe
Die meisten Sachen die ich nun beschreibe sollten eigentlich mit jedem Synthesizer und Sampler funktionieren. Anfangen sollte man bei der Programmierung mit den Wellenformen, das sind beim Synthesizer die Oszilatoren. Beim Sampler könnt ihr euch diese Oszilatoren ganz einfach selber bauen in dem ihr halt Sinus, Pulsewelle und soweiter absampelt und loopt. Der einfachste Bass ist der Sinusbass. Hier nehmt ihr den ersten Oszilator. Wenn ihr ihn jetzt spielt klingt das noch relativ unspektakulär nach Alleinunterhalterorgel. Keine Frage wir brauchen Oszilator zwei - den packen wir jetzt mit rauf. So jetzt klingt das zwar alles ein bisschen lauter aber immer noch nach Kirchenorgel. Was nun? Detunen wir doch einfach mal einen der beiden Oszilatoren um vielleicht 2 cent (das ist ziemlich wenig halt 2 Prozent eines Tones und klingt daher nicht verstimmt) Jetzt sollte das Teil schon mal zu schwingen anfangen und klingt schon etwas fetter. Merke mehr Schwingung mehr fatness und Schwingung durch Detuning. Umso mehr ich jetzt Detune umso schneller wird die Schwingung.

Für Theoretiker:
Der Grund dafür ist das das Tuning nichts anderes als die Frequenz also die Schwingungsanzahl angibt. Sind jetzt beide Oszilatoren gleich gestimmt überlagern sie sich und die Schwingungen und somit die Lautstärke summieren sich.




Durch das Detuning läuft jetzt der eine Oszilator schneller als der andere, die Schwingungen sind nicht mehr synchron und addieren und subtrahieren sich. Eine überlagerte Schwingung entsteht. Meinetwegen läuft der eine Oszilator 100 mal in der Minute der andere 101 mal. So treffen sich beide Oszilatoren jeweils nach einer Minute und es ergibt sich eine überlagerte Schwingung von einer Minute Länge. Diese Überlagerte Schwingung ist dann halt die Schwebung. Damit die die Schwebung nicht periodisch bleibt, dass heißt sich in einer immer gleichen Zeit wiederholt. Kommt jetzt der Lfo zum Einsatz.

Der LFO (low frequency oszilator) ist auch Ozilator und Erzeuger von Schwingungen, bloß gibt er diese Schwingungen nicht aus, so das man sie hören kann sondern verändert damit andere Werte des Syntheshizers (z.b. die Laustärke des Ton´s).

Mit diesem LFO modulieren wir jetzt die Tonhöhe eines Oszilatoren. Die Schwingung wird dadurch weniger gleichförmig und der Klang fetter. Zu guter letzt kann man die Lautstärke des Basses über die entsprechende Hüllkurve gestalten.



Beim Anspielen eines Tones ist zunächst ein Anstieg in der Amplitude auszumachen (Attack), gefolgt vom Übergang (Decay) in die Haltephase (Sustain), solange die Taste gedrückt bleibt. Selbst nach Loslassen der Taste klingt der Ton für gewöhnlich noch etwas nach, was durch Release berücksichtigt wird. Die Parameter dieser sogenannten ADSR-Hüllkurve kann der Benutzer individuell festlegen.

Das Attack sollte man wenn nicht bei null doch relativ klein halten. Mit den Decay- und Sustainwert kann man nun regeln ob der Sound eher perkusiv oder langausschwingend klingen soll. Für perkusive Sounds Sustain und Decay eher niedrig, für lang ausschwingende eher höher einstellen. Das Sustain gibt dabei die Lautstärke an auf die der Sound nach dem Attack fällt. Das Decay gibt an mit welcher Geschwindigkeit die Lautstärke auf den Sustainwert fällt. Der Vorteil dieses Sinusbasses ist, dass er viel Raum im Mix lässt, wenn man also umfangreiche Arrangements hat bietet es sich an diesen Sinusbass zu verwenden, ansonsten kann man ihn gut als Subbass nehmen und einen weiteren Bass eher mittigen Bass rüberpacken.

Verfügt man über eine weitere Hüllkurve kann noch folgende Modulationen vornehmen. Für einen kurzen Attacksound moduliert man mit der freien Hüllkurve das Tuning der Oszilatoren. Zuerst stellt man das Attack der Hüllkurve auf Null ebenso das Sustain. Den Decaywert wählen wir sehr klein und drehen nun den Amount voll auf (Der Amount gibt an um wie viel die Hüllkurve nun das Tuning beeinflusst. Ein negativer Amount würde jetzt tiefer pitchen ein positive höher) Der Effekt ist nun folgender: der Sound wird am Anfang enorm gepitched und fällt dann auf das normale Tuning ab. Das ganze geht jedoch so schnell das man kein Tuning hört sondern nur einen kurzen Attacksound. Als nächstes können wir mit der Hüllkurve einen absaufenden Bass erzeugen, bei diesem fällt die nach Anschlag bis in die Unhörbarkeit. Kann man den Amount der Hüllkurve auch negativ einstellen ist diese Version am einfachsten: Bei der Tuninghüllkurve stellt ihr den maximal möglichen Attackwert ein decay lasst ihr auf null Sustain voll. Jetzt stellt hr den Amount voll auf negativ und schon säuft der Bass ab. Habt ihr keinen negativen Amount oder wollt ihr die Hüllkurvenmodulation für das Attackgeräuschbehalten gibt es folgende Möglichkeit: Attack bleibt auf Null, Sustain ebenso Decay und Release auf maximum. Als nächstes stimmt ihr den Bass jetzt eine Oktave tiefer, den Amount dreht ihr voll auf. Jetzt passiert folgendes der Bass ist zwar jetzt eine Oktave tiefer aber die Hüllkurve pitched ihn ja gleich zu Beginn höher, je nach Decay Wert säuft der Bass jetzt auf die Oktave tiefer. Das Finetuning müsst ihr jetzt über den Amount erledigen.

So jetzt habt ihr schon mal einige Grundlagen als nächstes probieren wir mal einen Bass mit mehr Obertönen und Mitten. Dafür initialisieren wir jetzt mal wieder alle Einstellung, so dass wie total unbeeinflusst nur die Wellenformen hören. Erst einmal wählen wir für den ersten Oscilator einen Sinus, für den zweiten nehmen wir jetzt mal einen Sägezahn. Jetzt klingt das ganze schon mal gefährlicher. Jetzt könnt ihr den Mix der beiden Oszilatoren verändern. Das heißt entweder mehr Sägezahn und somit schärfer oder mehr Sinus und damit wärmer. Über das Detuning und den LFO stellt ihr jetzt wie bei dem Sinusbass die Schwebung ein. Gefällt euch der Rohklang kommen wir jetzt endlich zum Filter, nehmen wir diesmal noch einen Lowpass.

Bei diesem Filter wird alles über der mit dem Cutoff eingestellten Frequenz weggeschnitten. Der Bass dürfte momentan mit viel Sägezahn noch etwas kratzig klingen. Mit dem Filter runden wir den Bass nun wieder etwas ab, also ersteinmal den Cutoff zuziehen bis euch der Klang gefällt. Mit der Resonanz könnt ihr das gefilterte Signal nun wieder verstärken, ihr solltet bei diesem Wert in der unteren Hälfte bleiben da der Sound sonst bis zur Rückkopplung verstärkt wird und zu piepen anfängt. Probiert es einfach einmal aus. Als nächtes kommen wir jetzt zu Filter Modulationen. Wie das Tuning können wie auch den Filtern mit dem LFO steuern am sinnvollsten ist es den Cutoff zu modulieren. Bei kleinem Amount hat man so einfach mehr Bewegung im Sound. Ein großer Amount Wert hingegen bewirkt dementsprechend starke Änderungen. Bei positiven Amount klingen die Änderungen durch den LFO schärfer bei negativem dumpfer. Auch hier könnt ihr mit der Hüllkurve ein Attackgeräusch produzieren.

Hierfür nutzt ihr die Filterhüllkurve Attack und Sustain setzt ihr wieder auf null den Decay- wert könnt ihr jetzt varieren. Für ein kurzes Attackgeräusch solltet ihr ihn möglichst kurz halten. Je nach Stärke des Amounts der Filterhüllkurve verstärkt sich natürlich auch das Attackgeräusch. Natürlich könnt ihr mit der Hüllkurve auch andere Klangverläufe basteln versucht mal einen mittleren Attack und Decaywert. Zum Schluss bleibt natürlich wie beim Sinusbass wieder die Lautstärkehüllkurve, hierfür brauch ich ja nun nicht mehr viel zu erläutern.

Der Darke Bass
Zu guter letzt bauen wir jetzt einen richtig fiesen darken Bass. Los geht´s wieder mit den Oszilatoren versuchen wir es mal mit einer Squarewelle für den ersten Oszilator und einer Sägezahn für den zweiten. Jetzt stellt ihr das Mischungsverhältnis beider Oszilatoren wieder ein bis es euch gefällt.




Bei der Squarewave könnt ihr jetzt noch die Pulsweite (Dieser Wert gibt an wie viel Berg und wie viel Tal die Waveform hat) einstellen. Weiter geht´s wieder mit der Schwebung. Hier habt ihr jetzt noch eine zusätzliche Möglichkeit in dem ihr die Pulsweite der Squarewave mit dem LFO moduliert. Das Resultat sollte eine noch stärkere Schwebung und ein noch fetterer Bass sein. Mit dem Filter bieten sich jetzt wesentlich mehr Möglichkeiten da das Frequenzspektrum des Basses viel breiter ist. Wenn möglich solltet ihr jetzt einen Bandpass Filter verwenden.

Der Bandpass lässt wie der Name schon sagt nur ein Band übrig und schneidet alles über und unter der Frequenz ab. Zieht man jetzt den Cutoff hoch hat man nur die kratzigen Obertöne der Wellenformen und der Sound kommt ziemlich fies. Gehen wir jetzt mit dem Cutoff off runter und schneiden die Höhen weg kommt eher der Basscharakter zum tragen. Durch kräftige Filtermodulation durch LFO und Hüllkurve kommt man ziemlich schnell zu brutalen Basssounds. Noch besser klappt das mit dem Highpass Filter der nur alles über dem Cutoff vom Klang über lässt. So langsam sollte klar werden welch entscheidende Rolle das Filter spielt, man sollte also sich ersteinmal sorgsam das Rohmaterial also die Waveformen einstellen um es dann mit den Filtern zurecht zu meißeln.

Noch ein paar Hinweise das Prinzip sollte jetzt ungefähr klar sein experimentiert einfach mit allen Wellenformen. Umso eckiger die sind umso dreckiger wird der Klang, umso dreckiger der Klang umso stärkerer Klangverfärbungen bewirkt der Filter. Probiert alle Modulationsmöglichkeiten eures Synthesizers gezielt durch und merkt euch dabei was sie bewirken, die wichtigsten habe ich ja schon genannt. Nur durch solche Modulationen auch wenn sie nur minimal sind bekommt ihr fette Bässe. Eine weitere Möglichkeit den Bass anzufetten ist der Unisono Modus. Diese Option bieten viele Synthesizer, hierbei wird der Sound einfach zweimal oder noch öfter getriggert und jeweils ein bisschen verstimmt, dadurch entstehen zusätzliche chorusähnliche Schwingungen die den Sound fetter klingen lassen. Im Sampler gibt es die Möglichkeit den selben Sound mit Hilfe von Layern zweimal oder öfter zu triggern. Mit ein wenig Detuning gibt das denselben Effekt.

Sampler Bässe
Eine Möglichkeit ist die Bassdrum einer Roland 808 oder 909. Die 808 Bassdrum besteht hauptsächlich aus einem Sinuston und hat am Anfang ein bisschen Atttack - eigentlich prädestiniert um einen Basssound draus zu machen. Am besten lässt man den Anfang stehen und loopt dann den Klang in der Ausschwingphase durch den Sinuston sollte das ziemlich einfach sein. Ist die Ausschwingphase zu leise oder fällt sie zu schnell ab, sollte man mit einem Compressor die Dynamik angleichen. Für mehr Punch kann man auch noch einen Verzerrer über das Sample packen, eine bessere Idee ist es den Verzerrer erst im Mix raufkommt da der Effekt sonst mitgepitched wird. Natürlich kann man auch andere Kicks als Bass verwenden am besten eignen sich langausklingende Bassdrums da hier das Loopen einfacher ist. Man muss allerdings darauf achten dass die Bassdrum sauber intoniert, da sie sonst später im Track nicht mit anderen Instrumenten harmoniert. Ein guter Waveeditor bietet hier Tonhöhenanalyse an. Wenn man dann erst mal das Tuning des Samples weiß lässt es sich natürlich leicht anpassen. Ansonsten kann man nach wie vor auch nach Gehör im Sampler stimmen Bässe kombiniere(layering)
Das Problem was man mit Bässen hat ist das oft Frequenzen fehlen. Nimmt man den Sinus Subbass hat man kaum Mitten, beim kratzigen Squarewavebass mit Bandpass gefiltert fehlen schnell die Bässe. Am besten ist man nutzt beide Bässe den Subbass für die tiefen den anderen für die mittleren Frequenzen. Um noch mehr Bewegung in den Basslauf zu bringen kann man auch noch Bässe nutzen die sich dann im Melodieverlauf abwechseln und spannende Interaktion erzeugen. Beachten sollte man das bei mehreren Bässen die entscheidenden Frequenzen unterschiedlich liegen. Das Bedeutet der Subbass hat beispielsweise seinen Schwerpunkt bei 120 Hz der Squarekratzbass bei 500. Diese Unterschiede solltet ihr mit dem Equalizer herausarbeiten und alle für den jeweiligen unwichtigen Frequenzen runterregeln ansonsten kann der Gesamtsound schnell matschig werden und durch Phasenauslöschung geht Druckverloren. Auf den mittigen Bass könnt ihr mal einen Verzwerrer probieren um ihn noch brutaler zu machen oder einfach um mehr Druck zu bekommen.

Eine gute Möglichkeit die verschiedene Basslinien zu einer zu verschmelzen ist sie im Mischpult auf eine Gruppe zu routen und dort gemeinsam mit Effekten zu bearbeiten. Als erstes packt einen Kompressor auf die Gruppe. Der Effekt ist jetzt bei den zusammengemischten Bässen folgender, löst ein Bass den Kompressoreinsatz aus werden automatisch auch die anderen bearbeitet. Habt ihr zum Beispiel einen perkusiven Bass mit lautem Attack und schneller Ausklingphase und einen dynamisch gleichförmigen Bass. Kommt jetzt der Perkusive Bass wird der gleichförmige mit angehoben und beide blenden ineinander. Auf diese Weise bekommt man dynamische Bassläufe hin, die denn noch aus einem Guss sind. Möglicherweise könnt ihr auch eine minimale Verzerrung hinzufügen, die mehr wie eine analoge Sättigung klingt und noch mehr Druck erzeugen kann.


Thx @ DJ Asha
Der Beitrag kommt von DJ Asha.

Vielen dank, ist sehr interessant!
Ja, total nett!!!

Könnte man das nicht in die Tutorial-Rubrik einbauen und daraus ein downloadbares PDF-File machen?

Wäre super!

Schöne Grüße
DJ Trancelight
Haben mag - ne Tut Ecke !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Zitat:Haben mag - ne Tut Ecke !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

??? Wir haben doch eine Tutorial-EckeZwinker
ne ich meine hier im forum, wo man (selbstgeschriebene) tut reinposten kann. vor allem innteresant wären auch grundlagen übersmastering, Richtiger einsatz von effekten u.s.w.
Vor allem für die Einsteiger wärs sicher gut , ich würd mich sogar opfern einn paar tuts zu schreiben.............



Confused
Wär super, wenn du für solche Sachen Tutorials schreiben könntest. Aber wie schon gesagt, wir haben ja extra ne Tutorial-Seite wo schon einige Tutorials aufgeführt sind s.h.

http://tutorials.flstudio.de

Deshalb wäre es sinnvoller deine Tuts nicht im Forum zu verteilen, sondern an Ort und Stelle zum DL als PDF anbieten.Smile

Schöne Grüße
astreines tut.. habe soeben einiges über bässe gelernt (obwohl ich eigentlich arbeiten sollte).. ich finde auch, man könnte selbstgeschriebene tut's veröffentlichen (auf der homepage sind bisher ziemlich wenige)..
wo diese dann veröffentlicht werden, ist ja eigentlich egal.. (vorteil forum: man kann direkt nachfragen bei unklarheiten im tut.. vorteil homepage: pdf-file)..
---> am sinnvollsten fände ich, eine tut-ecke im forum zu erstellen, wo die tutorials sowohl als text und als downloadbare pdf's zur verfügung stehen, kann allerdings auch damit leben, dass diese auf der homepage zum download bereit stehen..
pdf files zum downloaden im forum o.ä.wären ganz gut ,um besser mit FL zuarbeiten.Danke Malek,daß Du den Beitrag von DJ Asha reingesetzt hast, und auch Danke für den "opferbereiten" HardBassBoy-tut´s zu schreiben.
:wink:informativ danke Applause
Richtig Gute Erklärung Danke Smile
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